Abarbeiten von Regeln und Tipps

**DIE ABARBEITUNG VON REGELN UND TECHNIKEN IST NICHT ZU EMPFEHLEN

Zurzeit kursieren einige Videos und Beiträge, in denen aus einzelnen Szenarien feste Regeln abgeleitet werden. Das Problem daran ist, dass für Regeln exakt dasselbe gilt wie für Techniken. Eine Liste abzuarbeiten ist keine Strategie, sondern eine Illusion von Kontrolle.

Wer glaubt, er könne im Ernstfall eine innere Checkliste durchgehen, überschätzt massiv die eigene Reaktionszeit. Realität findet in Sekundenbruchteilen statt. In diesem engen Zeitfenster noch abzuwägen, welche Regel jetzt passend, halb passend oder annähernd passend sein könnte, ist faktisch nicht realistisch. Selbst während man versucht, das logisch zu durchdenken, läuft die Situation längst weiter. Im besten Fall übersteht man die erste Attacke und findet danach einen Zugang. Für theoretische Auswahlprozesse bleibt keine Zeit.

Hinzu kommt ein weiterer Punkt. Für dieselbe Parkplatzszene würde Krav Maga vermutlich eine andere Regel formulieren als FMA, Thaiboxen, Judo oder Ju Jutsu. Jede Schule filtert Realität durch ihre eigenen Prinzipien, Erfahrungen und Schwerpunkte. Diese Regeln sind weder durch ein neutrales Gremium verifiziert noch repräsentativ für objektive Wahrheit. Sie spiegeln die Sichtweise einzelner Personen wider. Nicht mehr und nicht weniger.

Deshalb bleibt das Fazit klar. Weder das Abarbeiten von Techniken noch das Befolgen starrer Regeln ist empfehlenswert. Entscheidend sind Prinzipien, Timing, Distanzgefühl, Stressresistenz und Anpassungsfähigkeit.

Kampfkunst ist kein Regelkatalog, sondern die Fähigkeit, im Chaos handlungsfähig zu bleiben. Wenn dir dieser Gedanke gefällt, folge uns oder hinterlasse ein Like.

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