SV für Frauen – Fakten statt Mythen

Ist für Frauen in Gefahrensituationen Gegenwehr tatsächlich immer der richtige Weg?

Viele Frauen haben ein Recht auf klare, vollständige Informationen zum Thema Selbstverteidigung. Genau das wird in vielen Diskussionen, Kursangeboten oder Werbeaussagen regelmäßig verpasst. Fakten sind Fakten, Behauptungen bleiben Behauptungen – auch im Kampfsport und in der Kampfkunst.
Immer wieder wird behauptet, entschlossene Gegenwehr sei grundsätzlich der richtige Weg oder würde Angriffe in den meisten Fällen abbrechen. Diese Aussagen stammen fast immer aus einzelnen, alten und nicht repräsentativen Auswertungen. Sie werden bis heute aus dem Kontext gelöst und als sichere Zahl breit propagiert. Das ist unseriös und vermittelt falsche Sicherheit.
Die neueste Präventionsforschung zeigt ein anderes, klareres Bild. Gegenwehr kann einen Angriff beenden. Sie kann aber auch eskalieren und das Risiko schwerer Verletzungen deutlich erhöhen. Insbesondere dann, wenn der Täter bewaffnet ist, mehrere Täter beteiligt sind oder Alkohol bzw. Drogen im Spiel sind. Es gibt keine eine richtige Strategie und schon gar keine Technik, die immer funktioniert. Aussagen, wie „diese Technik schützt dich garantiert“, sind keine Fakten, sondern Werbeversprechen.
Das heißt nicht, dass Selbstverteidigungskurse für Frauen keinen Sinn machen. Sie können sehr sinnvoll sein – wenn sie Frauen realistische Informationen, Bewusstsein für Gefahrensituationen, Wahrnehmungsschulung, mentale Vorbereitung und Entscheidungsfähigkeit unter Stress vermitteln. Diese Kerninhalte helfen wirklich weiter.
Was keinen Sinn macht, ist zu suggerieren, ein einzelner Kurs, ein paar Techniken oder spezielle „Geheimtipps“ machten jemanden für die Straße fit. Solche Versprechen gibt es nur in der Werbung. In der Realität existiert so etwas nicht.
Kampfsportler und Kampfkünstler trainieren langfristig, regelmäßig und strukturiert. Das hat seinen Grund. Gewalt und Übergriffe sind unberechenbar. Sie entstehen in Sekunden, unter Stress und ohne Vorwarnung. Wer Frauen echte Hilfe geben will, muss ihnen die Realität aufzeigen und nicht eine vereinfachte, gut klingende Geschichte verkaufen.
Frauen verdienen richtige, vollständige Informationen. Keine verkürzten Zahlen. Keine simplen Antworten. Keine Werbeversprechen. Nur so können sie selbstbestimmt entscheiden, was für sie sinnvoll ist.

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