Spreche nur gut über dich!

Bruce Lee hatte recht:

„Don’t speak negatively about yourself, even as a joke.“
Viele verstehen diesen Satz oberflächlich – als Tipp für positives Denken. Doch das ist zu kurz gegriffen. Bruce Lee sprach nie von Wohlfühlmotivation, sondern von Bewusstsein. Es geht nicht darum, sich einzureden, man sei stark, sondern darum, sich nicht selbst zu sabotieren.
Sprache ist Handlung. Jeder Satz ist wie ein Schlag. Du kannst ihn gezielt setzen, du kannst ihn aber auch unkontrolliert rausfeuern – und dich dabei selbst treffen. Wer sich klein redet, trainiert genau das: Klein sein. Das ist kein Zufall, sondern neurologisch messbar. Der Körper folgt dem, was du ihm vorgibst. Sagst du dir ständig, du seist schwach, dann reagiert dein Nervensystem genau so. Deine Haltung verändert sich, dein Atem flacht ab, dein Blick senkt sich.
In der Kampfkunst sieht man das sofort. Da gibt es Schüler, die technisch alles können – aber in dem Moment, in dem sie sagen „Ich kann das nicht“, verlieren sie ihre Struktur. Das ist keine Esoterik, das ist Biomechanik. Sprache beeinflusst Körperspannung, Körperspannung beeinflusst Präsenz. Wer sich sprachlich ständig duckt, steht auch im Leben selten aufrecht.
Kampfkunst ist in Wahrheit die Schulung, sich selbst nicht mehr im Weg zu stehen. Das beginnt nicht mit dem ersten Schlag, sondern mit dem ersten Wort. Jeder Satz, den du über dich sagst, ist ein Befehl an dein Nervensystem. Wenn du sagst „Ich bin nicht gut genug“, hört dein Körper auf dich. Wenn du sagst „Ich arbeite daran“, bleibt dein System offen.
Es geht nicht um positives Denken. Es geht um sprachliche Verantwortung.
Worte sind Energie, ja – aber nicht im spirituellen Sinn, sondern ganz real. Du spürst sie in deinem Körper. Du kannst dich mit ihnen aufrichten oder brechen.
Bruce Lee sagte einmal: „The consciousness of self is the greatest hindrance to the proper execution of all physical action.“
Das heißt übersetzt: In dem Moment, in dem du dich selbst zu sehr bewertest, hörst du auf, frei zu handeln.
Vielleicht wäre das heute eine gute Übung – nicht für das Training, sondern fürs Leben:
Sprich über dich so, wie du über jemanden sprechen würdest, den du respektierst.
Weil du sonst irgendwann anfängst, dich selbst zu behandeln wie jemanden, der keine Chance verdient.
Sprache ist keine Dekoration. Sie ist Haltung.
Und Haltung entscheidet, ob du fällst oder stehst.

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