Zwei Spiegel 🥋
Im Dojo steht ein Spiegel.
Er ist da, um Bewegungen zu kontrollieren.
Er zeigt, ob die Haltung stimmt, ob der Schlag sauber sitzt, ob die Technik präzise ist.
Dieser Spiegel ist nützlich.
Er zeigt, was der Körper tut.
Allerdings: Daneben gibt es einen anderen Spiegel.
Den, den man nicht sieht.
Den, den die Kampfkunst selbst in dir aufstellt.
Er zeigt nichts Äußeres, sondern alles Innere.
Er spiegelt nicht, wie du stehst, sondern wer du bist.
Im ersten Spiegel korrigierst du dich.
Im zweiten erkennst du dich.
Der eine zeigt die Oberfläche – der andere die Wahrheit.
Der sichtbare Spiegel hilft, Fehler zu beseitigen.
Der unsichtbare hilft, sich selbst zu begreifen.
Im ersten trainierst du Bewegung.
Im zweiten trainierst du Haltung – nicht körperlich, sondern geistig.
Viele bleiben beim ersten stehen.
Sie polieren Technik, suchen Perfektion, gleichen sich an.
Aber der zweite Spiegel stellt andere Fragen.
Er fragt, warum du kämpfst.
Was dich antreibt.
Was du versteckst, wenn du trainierst.
Manche mögen diesen Spiegel nicht und weichen ihm aus, weil er das spiegelt, was ist und nicht das, wie es sein sollte.
Andere nehmen ihn an – und beginnen zu wachsen.
Irgendwann merkst du:
Kampfkunst ist kein Sport mit Spiegeln.
Sie ist der Spiegel selbst.
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