Durchblick behalten

Durchblick behalten

Das Internet liefert Informationen zu sämtlichen Themen. Es ist die von vielen Menschen gefütterte und tägliche wachsende Quelle an Wissen und Erkenntnissen. Gibt man in einer Suchmaschine einen Begriff ein, spuckt diese binnen Sekunden zum Suchbegriff passende Ergebnisse aus. Leider mischen sich allerhand Halbwissen oder Behauptungen unter die Inhalte. Damit wird es dem Leser zunehmend erschwert, zwischen Wahrheit und Fiktion zu unterscheiden. Nirgendwo sonst ist es daher notwendiger darauf zu achten, ob Informationen valide bzw. stimmig sind, als im Kampfsport bzw. in der Kampfkunst. Warum? Weil nirgends mehr gelogen und betrogen wird, als in diesen Branchen …

 

Die Flut der Informationen

Wer auf Facebook, Instagram und Twitter unterwegs ist und sich mit vielen anderen Kampfsportlern vernetzt hat, kennt das: Jeden Tag empfängt man Unmengen an Videos und Bildern. Vor allem sind es die Videos, die visuell beeindrucken und den Betrachter durch schnelle Schnitte und rasante Szenen in ihren Bann ziehen.

Grundsätzlich zeigen die jeweiligen Videos Personen, die verschiedene Techniken zum Besten geben. Zumeist handelt es sich um Mitschnitte von Seminaren bzw. Kursen. Entscheidend ist, was zu sehen ist: Die Techniken werden nicht langsam und methodisch gezeigt, wie man es von derartigen Veranstaltungen ursprünglich erwartet, sondern schnell und dynamisch. Durchsetzungsvermögen, Effektivität, Schnelligkeit und Realitätsnähe. Das sind die Superlative dieser Videos. Die Aussage: Hier sind absolute Meister am Werk.

Darüber hinaus finden sich ebenso andere Videos im WWW. Diese zeigen zumeist Trainingsausschnitte und einzelne Personen sowie Trainingsgruppen. Was zu sehen ist: Normalität im Kampfsport. Kampfsportler „Otto-Normal“ zeigt seine Trainingsrealität, seine reale Umgebung, seine Trainingspartner, seinen Trainingsablauf. Die Aussage: Das sind wir, so trainieren wir.

Jeden Tag eine Flut von Videos. Kenner der Szene sortieren die für sie brauch- bzw. nutzbaren Szenen aus. Laien dagegen sind leicht überfordert: Welche Videos sind nützlich, welche geben einen hilfreichen Einblick in den Kampfsport, welche tragen zu dick auf und bei welchen handelt es sich im Wesentlichen um Selbstdarstellungen, Superlativen und Fakes?

 

Die Zusammenhänge

Die sogenannten “sozialen Netzwerke” ernähren sich von den Beiträgen der User. Sie sind die Essenz bzw. der Lebensinhalt dieser sozialen Netzwerke. Dabei gilt: Je populärer der Beitrag eines Users, umso höher das Echo. Verdient wird an Usern, die oft und ausdauernd auf den Plattformen verweilen. Daher wird alles Notwendige dafür unternommen, damit die User dieser Erwartungshaltung entsprechen. Jeder Klick eines Users, jedes „like“ und jede Bewegung wird gespeichert und ausgewertet. Eigens hierfür erstellt Logarithmen ordnen diese Aktionen, sortieren sie und erstellen daraus wiederum eine auf jeden User individuell passendes Profil.

Entscheidend hierbei ist die Tatsache, dass ein User auf den Plattformen nur das zu sehen bekommt, was ihn – laut seinem Profil – interssiert. Ein intelligentes Programm entscheidet demzufolge, was wir auf Facebook oder Instagram zu Gesicht bekommen. Haben wir uns vorher für Kampfsportvideos interessiert, werden uns auf Facebook prompt mehr Beiträge mit eben diesen Videos präsentiert.

Der Vorteil ist, dass wir auf besagterweise – ohne größeren Aufwand – an für uns gefragte Informationen kommen. Der Nachteil: Das Programm filtert diese Datenansammlung weder nach Relevanz, noch nach Favoriten und – wichtig – dem Wahrheitsgehalt. Wir sind angehalten, selbst zu entscheiden: Welches Video ist autentisch und seriös, welches ist wichtig für mich und welches Video setze ich entsprechend meiner Priorität nach oben? Kurz gesagt: Hier ist, wenn man nicht über den nötigen Sachverstand verfügt, gesunder Menschenverstand gefragt.

 

Fazit

Die Flut an Informationen (z. B. Informationen, Beiträge und Videos) über ein Thema im WWW ist grenzenlos. Als normalsterblicher Mensch ist es unmöglich, diese Unmengen an Daten zu erfassen und zu verifizieren. Daher muss sich jeder entscheiden, welchen Weg er für sich wählt: Alles mitnehmen, was glaubwürdig erscheint, glauben, was abwegig erscheint, nicht glauben und – irgendwie zwischen den vielen Ansichten – seinen eigenen Zenit finden.

Die Alternative: Die Informationen zunächst nach ihrer Bedeutung für sich sortieren. Im Anschluss daran steht die Recherche, um die Glaubwürdigkeit der Daten zu checken. Diese Vorgehensweise ist in ihrer Konsequenz gegebenenfalls aufwendiger, führt aber zu den persönlich stimmigeren Ergebnissen. Man unterliegt weniger Fakes und Lügen und gewinnt mehr an gesicherten Erkenntnissen. So leicht kann einem dann keiner mehr was vormachen. Wofür entscheiden Sie sich?

Einen Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.